Ein neues Konto lohnt sich zum Beispiel, wenn dein altes teurer geworden ist oder nicht mehr zu deinem Alltag passt. Seit 2016 regelt das Zahlungskontengesetz, dass Banken beim Wechsel helfen müssen. Worauf du bei der Wahl des neuen Kontos achten solltest, steht auf der Seite Konto und Depot vergleichen.
Das Wichtigste in Kürze
Die Kontowechselhilfe Schritt für Schritt
- Neues Konto eröffnen. Beantrage das Konto und weise dich aus, zum Beispiel per Video oder in einer Filiale. Warte, bis du die neue IBAN und deine Karte hast.
- Ermächtigung unterschreiben. Die neue Bank gibt dir ein Formular für die Kontowechselhilfe. Darin legst du fest, was übertragen wird und ab welchem Tag. Du kannst auch festlegen, dass das alte Konto geschlossen und das Restguthaben überwiesen wird. Wähle dafür lieber ein Datum einige Wochen später.
- Neue Bank fragt an. Innerhalb von 2 Geschäftstagen bittet sie deine alte Bank um die Liste deiner Daueraufträge, Lastschriften und regelmäßigen Zahlungseingänge.
- Alte Bank liefert. Innerhalb von 5 Geschäftstagen schickt sie die Liste mit den Zahlungen der letzten 13 Monate. Wenn du es so festgelegt hast, stoppt sie zum gewünschten Tag die Daueraufträge, überweist das Restguthaben und schließt das Konto.
- Neue Bank richtet ein. Innerhalb von weiteren 5 Geschäftstagen richtet sie die Daueraufträge ein und nimmt Lastschriften an. Auf Wunsch teilt sie deinen Zahlungspartnern die neue IBAN mit.
- Du prüfst. Vergleiche die Liste mit deinen Kontoauszügen und stelle selbst um, was fehlt.
Kosten: Die Kontowechselhilfe ist in der Regel kostenlos. Die Liste deiner Zahlungen muss die Bank immer kostenlos herausgeben. Für den übrigen Service darf sie nur dann Geld verlangen, wenn das vereinbart und angemessen ist.
Was du selbst umstellen solltest
Die Bank kann nur Zahlungspartner informieren, die in der Liste stehen. Manche Zahlungen kommen selten oder laufen über andere Wege. Geh deshalb diese Übersicht durch:
| Bereich | Wen du informierst |
|---|---|
| Einkommen | Arbeitgeber, Rentenversicherung, Krankenkasse beim Krankengeld, Agentur für Arbeit oder Jobcenter |
| Familie und Sozialleistungen | Familienkasse (Kindergeld), Elterngeldstelle, Wohngeldstelle, BAföG-Amt |
| Wohnen | Vermieter, Strom und Gas, Internet, Rundfunkbeitrag |
| Verträge | Versicherungen, Handy, Fitnessstudio, Streaming, Vereine, Spenden |
| Steuern und Behörden | Finanzamt für Erstattungen, Hauptzollamt für die Kfz-Steuer, Stadt oder Gemeinde zum Beispiel für die Grundsteuer |
| Online | Online-Shops, Bezahldienste und Apps, in denen deine alte IBAN oder Karte gespeichert ist |
Achte besonders auf Zahlungen, die nur selten fällig werden. Viele Versicherungen buchen einmal im Jahr ab, der Rundfunkbeitrag oft alle drei Monate. Bis zur nächsten Abbuchung vergeht viel Zeit. Fällt ein Fehler erst dann auf, ist das alte Konto vielleicht schon geschlossen.
Prüfe auch, ob dein erstes Gehalt oder deine Leistung wirklich auf dem neuen Konto ankommt. Bei Behörden kann die Änderung der Bankverbindung etwas dauern. Gib die neue IBAN deshalb früh weiter.
Nie wieder eine Frist verpassen
Der Fristen-Wecker rechnet aus, bis wann deine Kündigung ankommen muss, und legt dir die Erinnerung in den Kalender.
Altes Konto erst kündigen, wenn alles läuft
Lass das alte Konto am besten noch einige Wochen parallel laufen. So siehst du, ob dort noch Zahlungen ankommen oder abgebucht werden. Ist das alte Konto schon geschlossen, kann eine Lastschrift platzen. Dann kommen oft Gebühren für die Rücklastschrift und Mahnungen dazu.
Ein Girokonto kannst du jederzeit kündigen. Die Bank darf höchstens 1 Monat Kündigungsfrist mit dir vereinbaren. Bevor das alte Konto geschlossen wird, erledige diese Punkte:
- Gleich ein Minus aus und zahle einen genutzten Dispo zurück.
- Lade deine Kontoauszüge herunter. Nach der Schließung kommst du oft nicht mehr ins Online-Banking.
- Ändere das Referenzkonto bei Tagesgeld, Depot oder Bausparvertrag, wenn es noch das alte Girokonto ist.
- Erteile der neuen Bank einen Freistellungsauftrag und passe den alten an. Zusammen dürfen beide nicht mehr als den Sparerpauschbetrag ergeben.
Hast du in der Kontowechselhilfe schon die Schließung des alten Kontos beauftragt, brauchst du diesen Brief nicht.
Kein neues Konto bekommen? Das Basiskonto
Lehnt eine Bank deinen Antrag ab, zum Beispiel wegen eines negativen SCHUFA-Eintrags, hast du trotzdem Anspruch auf ein Basiskonto. Das gilt für alle, die sich rechtmäßig in der EU aufhalten, auch für Asylsuchende und Geduldete. Die Bank darf nur in wenigen, gesetzlich geregelten Fällen ablehnen. Mehr dazu steht im Abschnitt Basiskonto auf unserer Vergleichsseite.
Kosten vor dem Wechsel prüfen
Ein Wechsel lohnt sich nur, wenn das neue Konto wirklich besser zu dir passt. Rechne mit deinen echten Gewohnheiten:
- Grundgebühr pro Monat und Bedingungen, zum Beispiel ein Mindestgeldeingang
- Kosten für Debitkarte, Kreditkarte und weitere Karten
- Gebühren für Bargeld am Automaten, auch im Ausland
- Kosten für Buchungen, Überweisungen auf Papier und Kontoauszüge
- Höhe des Dispozinses, falls du ihn manchmal brauchst
Vor dem Abschluss muss dir jede Bank eine Entgeltinformation geben. Darin stehen die wichtigsten Preise in einheitlicher Form. Einmal im Jahr bekommst du außerdem eine Aufstellung, was du gezahlt hast. Damit kannst du dein Konto gut vergleichen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Kontowechsel?
Mit der gesetzlichen Kontowechselhilfe etwa 12 Geschäftstage. Plane trotzdem einige Wochen ein, in denen altes und neues Konto parallel laufen.
Kostet die Kontowechselhilfe etwas?
In der Regel nicht. Die Liste deiner Zahlungen muss die Bank kostenlos herausgeben. Andere Entgelte sind nur erlaubt, wenn sie vereinbart und angemessen sind.
Kann ich mein Girokonto jederzeit kündigen?
Ja. Die Bank darf höchstens eine Kündigungsfrist von einem Monat mit dir vereinbaren. Ist das Konto im Minus, gleich den Betrag vor der Schließung aus.
Was passiert mit Lastschriften, die noch vom alten Konto abgebucht werden?
Solange das alte Konto offen ist, werden sie ausgeführt. Ist es schon geschlossen, platzt die Lastschrift, und es können Gebühren anfallen. Gib dem Zahlungsempfänger deshalb schnell die neue IBAN.
Muss ich meinem Arbeitgeber die neue IBAN selbst mitteilen?
Mit der Kontowechselhilfe kann das die neue Bank für dich tun. Sicherer ist es, wenn du deinem Arbeitgeber die neue IBAN zusätzlich selbst gibst und prüfst, ob das nächste Gehalt ankommt.
Stand: 07.10.2026. Volsaro gibt allgemeine Informationen und berät nicht zu einzelnen Verträgen. Das ist keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung. Maßgeblich sind die Bedingungen deines Vertrags. So vergleichen wir · Fehler gefunden? Schreib uns.